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Wann muss man Heizkörper entlüften?
Luft sammelt sich im Heizkreislauf immer an der höchsten Stelle – oben im Heizkörper. Dort verdrängt sie das warme Wasser, und der Heizkörper wird nicht mehr richtig warm. Entlüften ist nötig, wenn Sie eines dieser Zeichen bemerken:
- Der Heizkörper ist unten warm und oben kalt
- Es gluckert, plätschert oder rauscht im Heizkörper
- Der Raum wird trotz voll aufgedrehtem Thermostat nicht warm
- Zu Beginn der Heizperiode, wenn die Heizung monatelang aus war
- Nach Arbeiten an der Heizungsanlage oder nachdem Wasser nachgefüllt wurde
Welches Werkzeug brauche ich?
Sie brauchen nur drei Dinge. Den Entlüftungsschlüssel gibt es im Baumarkt; er passt auf das Vierkant-Ventil, das oben seitlich am Heizkörper sitzt. Manche neueren Ventile haben stattdessen einen Schlitz für einen Schraubendreher.
- Entlüftungsschlüssel (oder Schraubendreher, je nach Ventil)
- Ein Lappen oder altes Handtuch
- Ein kleines Gefäß, zum Beispiel eine Tasse oder ein Becher
Heizkörper entlüften in 7 Schritten
Haben Sie mehrere Heizkörper, beginnen Sie mit dem, der der Heizung am nächsten liegt, und arbeiten sich dann nach außen und nach oben vor.
- 1. Heizung auf Betrieb stellen, Thermostat ganz aufdrehen und den Heizkörper warm werden lassen.
- 2. Bei einer Gasetagenheizung die Therme bzw. Umwälzpumpe ausschalten und etwa eine halbe bis eine Stunde warten, damit sich die Luft oben sammelt. Bei einer Zentralheizung entfällt dieser Schritt.
- 3. Lappen unter das Entlüftungsventil legen, Gefäß darunter halten.
- 4. Entlüftungsschlüssel aufsetzen und langsam gegen den Uhrzeigersinn drehen – eine halbe Umdrehung reicht. Das Ventil nie ganz herausdrehen.
- 5. Die Luft entweicht mit einem Zischen. Warten, bis nur noch Wasser ohne Blasen austritt.
- 6. Ventil im Uhrzeigersinn schließen, handfest, nicht mit Gewalt.
- 7. Heizung wieder einschalten, den Wasserdruck prüfen und das Thermostat auf die gewohnte Stufe zurückstellen.
Gasetagenheizung oder Zentralheizung – was ist in Berlin anders?
In vielen Berliner Altbauwohnungen hängt eine eigene Gastherme in Küche oder Bad – die Gasetagenheizung. Sie versorgt nur Ihre Wohnung. Nach dem Entlüften fehlt im Kreislauf etwas Wasser, und der Druck sinkt. Prüfen Sie ihn am Manometer oder im Display der Therme.
Bei vielen Wandgeräten liegt der empfohlene Fülldruck etwa zwischen 1 und 2 bar; manche Geräte und größere Anlagen brauchen mehr. Maßgeblich ist immer der Wert in der Bedienungsanleitung Ihrer Therme oder die Markierung am Manometer. Fällt der Druck zu weit, schalten viele Geräte ab und zeigen einen Fehlercode. Wo der Füllhahn sitzt und wie Sie nachfüllen, steht ebenfalls in der Anleitung – im Zweifel fragen Sie einen Fachbetrieb.
In Häusern mit Zentralheizung – im Plattenbau, im Neubau und in vielen sanierten Altbauten – hängen alle Wohnungen an einer gemeinsamen Anlage im Keller. Den Druck regelt dort nicht der Mieter, sondern die Hausverwaltung oder der Hausmeister. Entlüften Sie Ihre Heizkörper wie beschrieben und melden Sie es der Hausverwaltung, wenn danach mehrere Heizkörper kalt bleiben.
| Gasetagenheizung | Zentralheizung | |
|---|---|---|
| Wo steht die Heizung? | Therme in der Wohnung, oft Küche oder Bad | Gemeinsame Anlage im Keller |
| Therme vor dem Entlüften aus? | Ja, empfehlenswert | Nicht möglich, nicht nötig |
| Wer prüft den Druck? | Sie, am Manometer der Therme | Hausverwaltung oder Hausmeister |
| Wasser nachfüllen | Nach Anleitung des Herstellers | Nicht selbst |
Worauf sollte ich achten?
Heizungswasser kann heiß sein – halten Sie Hände und Gesicht vom Ventil weg und drehen Sie langsam. Das Wasser ist oft dunkel und färbt Teppiche und Holzböden, deshalb der Lappen. Öffnen Sie niemals das Gehäuse der Gastherme.
Riechen Sie Gas, betätigen Sie keine Lichtschalter und keine Klingel, öffnen Sie Fenster, verlassen Sie die Wohnung und rufen Sie von draußen den Störungsdienst Ihres Gasversorgers oder die 112 an.
Wann sollte ein Klempner kommen?
Entlüften löst die meisten kalten Heizkörper. Holen Sie einen Fachbetrieb, wenn eines davon zutrifft:
- Der Heizkörper wird nach dem Entlüften immer wieder kalt, oder Sie müssen ständig nachfüllen
- Das Entlüftungsventil sitzt fest oder lässt sich nicht mehr schließen
- Am Ventil, an der Verschraubung oder am Heizkörper tritt Wasser aus
- Der Thermostatkopf ist defekt oder das Ventil darunter klemmt
- Einzelne Heizkörper bleiben kalt, obwohl alle anderen warm werden
Was übernehmen wir – und was nicht?
Unsere Fachkräfte tauschen Thermostatköpfe und Ventile, beheben undichte Verschraubungen und prüfen, warum ein Heizkörper kalt bleibt. Arbeiten an der Gastherme selbst geben wir an einen dafür zugelassenen Fachbetrieb ab. In Mietwohnungen veranlasst die Wartung der Therme in der Regel der Vermieter – melden Sie Störungen dort zuerst der Hausverwaltung.
